Burnout – wenn Funktionieren immer mehr Kraft kostet

NARM eröffnet einen sanften Weg im Umgang mit Burnout: weg vom äußeren Druck, hin zu mehr Verbindung mit dir selbst. In achtsamem Rahmen erkennen wir Muster, die erschöpfen – und entdecken neue Wahlfreiheit, Mitgefühl und Lebendigkeit.

Viele Menschen erleben Burnout zunächst als Folge äußerer Belastung.

Zu viele Aufgaben.

Hohe Verantwortung.

Zeitdruck.

Zu wenig Erholung.

Oder eine Arbeitssituation, die über längere Zeit sehr viel verlangt.

All das kann eine wichtige Rolle spielen.

Und gleichzeitig gibt es Menschen, die selbst dann kaum zur Ruhe kommen, wenn im Außen für einen Moment weniger zu tun ist.

Sie nehmen sich vor, früher Feierabend zu machen – und erledigen doch noch etwas.

Sie merken, dass sie erschöpft sind – und übernehmen trotzdem eine weitere Aufgabe.

Sie möchten sich ausruhen – und fühlen sich dabei unruhig oder schuldig.

Dann kann es interessant werden, nicht nur auf die Belastung im Außen zu schauen.

Sondern auch auf die Frage:

Was macht es für mich so schwer, aufzuhören, wenn ich eigentlich längst merke, dass es zu viel ist?

Burnout ist mehr als zu viel Arbeit

Burnout wird häufig mit beruflicher Überlastung verbunden.

Das ist verständlich. Dauerhafte Arbeitsbelastung, fehlende Erholungszeiten oder schwierige Arbeitsbedingungen können erheblich zur Erschöpfung beitragen.

Manchmal zeigt sich jedoch noch eine weitere Ebene.

Vielleicht ist es selbstverständlich geworden, viel zu leisten.

Verantwortung zu übernehmen.

Verlässlich zu sein.

Andere nicht zu enttäuschen.

Probleme zu lösen.

Oder weiterzumachen, auch wenn die eigene Kraft längst nachlässt.

Das können wertvolle Fähigkeiten sein.

Sie ermöglichen beruflichen Erfolg, Verlässlichkeit und häufig auch Anerkennung.

Interessant wird die Frage, was geschieht, wenn wir diese Fähigkeiten für einen Moment nicht einsetzen.

Wie ist es, eine Aufgabe liegen zu lassen?

Jemanden zu enttäuschen?

Nicht sofort eine Lösung zu haben?

Oder zu sagen:

„Das schaffe ich heute nicht mehr.“

Manchmal zeigt sich genau dort, warum Erholung allein nicht immer ausreicht.

Wie kann sich Burnout zeigen?

Erschöpfung kann sehr unterschiedlich erlebt werden.

Manche Menschen beschreiben eine Müdigkeit, die auch nach einem freien Wochenende nicht wirklich verschwindet.

Andere bemerken, dass ihre Freude oder Motivation nachlässt.

Vielleicht fällt es zunehmend schwer, sich zu konzentrieren.

Kleine Anforderungen werden plötzlich anstrengend.

Oder der innere Druck bleibt bestehen, obwohl der Körper längst nach einer Pause verlangt.

Auch Rückzug, Gereiztheit oder das Gefühl, nur noch zu funktionieren, können auftreten.

Solche Erfahrungen können unterschiedliche Ursachen haben. Anhaltende oder starke Erschöpfung sollte deshalb auch medizinisch abgeklärt werden.

Für die therapeutische Arbeit kann gleichzeitig interessant sein:

Wie gehe ich mit mir um, wenn ich merke, dass meine Kraft nachlässt?

Wenn Leistung mehr bedeutet als Leistung

Leistung ist nicht grundsätzlich ein Problem.

Etwas gut zu können, Verantwortung zu übernehmen und wirksam zu sein, kann Freude machen und ein wichtiger Teil unseres Lebens sein.

Manchmal ist Leistung jedoch mit etwas anderem verbunden.

Vielleicht erleben wir darüber Anerkennung.

Zugehörigkeit.

Sicherheit.

Das Gefühl, gebraucht zu werden.

Oder die Erfahrung, einen wichtigen Platz einzunehmen.

Dann geht es beim Gedanken, weniger zu leisten, möglicherweise nicht nur um die Arbeit.

Es kann auch die Frage auftauchen:

Wer bin ich, wenn ich nicht mehr so viel schaffe?

Oder:

Bin ich noch wichtig, wenn ich nicht mehr alles trage?

Aus dieser Perspektive bekommt das Funktionieren einen anderen Sinn.

Es ist nicht einfach eine schlechte Gewohnheit, die wir ablegen müssten.

Vielleicht hat es über lange Zeit etwas Wichtiges ermöglicht.

Burnout zeigt sich auch in Beziehungen

Das Muster muss nicht am Arbeitsplatz enden.

Vielleicht sind Sie auch in Ihrer Familie der Mensch, der organisiert.

Derjenige, der einspringt.

Der zuhört.

Der Verantwortung übernimmt.

Der versucht, Konflikte zu lösen.

Vielleicht merken Sie sehr schnell, was andere brauchen – und erst deutlich später, was Sie selbst brauchen.

Dann kann eine Grenze schwierig werden, obwohl Sie sie längst spüren.

Ein Nein kann sich nicht nur wie ein Nein zu einer Aufgabe anfühlen.

Es kann sich anfühlen wie ein Risiko für Beziehung, Anerkennung oder Zugehörigkeit.

Gerade deshalb lässt sich Überforderung nicht immer dadurch lösen, dass wir uns einfach vornehmen, künftig besser auf uns aufzupassen.

Es kann hilfreich sein zu verstehen, was das bisherige Funktionieren für uns möglich gemacht hat.

Wenn das eigene Erleben immer wieder übergangen wird

Manche Menschen merken sehr genau, dass sie erschöpft sind.

Und machen trotzdem weiter.

Der Körper ist müde.

Die Gedanken sagen:

Nur noch diese eine Sache.

Eine Grenze ist spürbar.

Und gleichzeitig entsteht der Impuls:

Ich kann die anderen jetzt nicht hängen lassen.

Hier zeigt sich ein innerer Konflikt.

Ein Teil des Erlebens möchte innehalten.

Gleichzeitig gibt es gute Gründe, weiterzumachen.

In der therapeutischen Arbeit interessiert mich nicht, welche dieser beiden Seiten „richtig“ ist.

Mich interessiert, was geschieht, wenn beide sichtbar werden dürfen.

Was möchten Sie eigentlich?

Und was macht es so schwierig, diesem Wunsch zu folgen?

Burnout aus NARM-Perspektive

Im NeuroAffective Relational Model (NARM™) betrachten wir solche Muster nicht als Fehler.

Wir interessieren uns dafür, welchen Sinn sie einmal hatten und wie sie heute wirken.

Dabei muss nicht ausführlich nach Ursachen in der Vergangenheit gesucht werden.

Vieles zeigt sich bereits im gegenwärtigen Erleben.

Was geschieht, wenn Sie sich vorstellen, weniger Verantwortung zu übernehmen?

Welche Gedanken tauchen auf?

Welche Gefühle?

Was bemerken Sie körperlich?

Und wie sprechen Sie in diesem Moment mit sich selbst?

Vielleicht erscheint sofort Selbstkritik.

Vielleicht Schuld.

Vielleicht die Sorge, jemanden zu enttäuschen.

Oder die Vorstellung, nicht genug zu sein.

Gleichzeitig interessiert uns auch das, was Sie für sich möchten.

Mehr Ruhe?

Mehr Raum?

Freude an Ihrer Arbeit, ohne sich darin zu verlieren?

Verantwortung teilen zu können?

Oder einfach die Möglichkeit, müde sein zu dürfen, ohne sich dafür abzuwerten?

Damit verändert sich die Perspektive.

Es geht nicht nur darum, weniger zu tun.

Es geht auch darum, wie Sie mit sich selbst in Beziehung sein möchten.

Wenn frühere Anpassungen heute noch wirken

Manche Menschen haben früh gelernt, viel Verantwortung zu übernehmen, sich stark an anderen zu orientieren oder eigene Bedürfnisse zurückzustellen.

Solche Erfahrungen können auch im Zusammenhang mit Entwicklungstrauma stehen.

Das bedeutet nicht, dass Burnout automatisch auf Entwicklungstrauma zurückzuführen ist.

Aber es kann hilfreich sein zu verstehen, warum bestimmte Formen von Leistung, Anpassung oder Verantwortungsübernahme für einen Menschen eine besondere Bedeutung bekommen haben.

Was heute erschöpft, kann einmal geholfen haben, Sicherheit, Anerkennung oder Verbindung zu erhalten.

Diese Geschichte zu würdigen bedeutet nicht, für immer daran festhalten zu müssen.

Von Selbstkritik zu mehr Wahlfreiheit

Nach längerer Erschöpfung entsteht häufig zusätzliche Selbstkritik.

Warum schaffe ich das nicht mehr?

Früher konnte ich doch viel mehr.

Ich müsste mich einfach besser organisieren.

Damit wird aus Erschöpfung schnell ein weiterer Grund, sich selbst unter Druck zu setzen.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, neugieriger zu werden.

Was passiert gerade mit mir?

Was versuche ich weiterhin von mir zu verlangen?

Was würde ich für mich wollen, wenn ich mich nicht sofort wieder zum Funktionieren bringen müsste?

Das bedeutet nicht, jede Verpflichtung aufzugeben.

Es kann aber dazu führen, dass zwischen einer Anforderung und der gewohnten Reaktion etwas mehr Raum entsteht.

Vielleicht bleibt eine Aufgabe einmal liegen.

Vielleicht wird Verantwortung geteilt.

Vielleicht wird aus einem automatischen Ja zunächst ein:

„Ich muss darüber nachdenken.“

Solche Momente können klein wirken.

Und doch entsteht darin etwas Wesentliches:

mehr Wahl.

Ein erster Schritt

Burnout und anhaltende Erschöpfung haben nicht nur eine Ursache.

Arbeitsbedingungen, körperliche Gesundheit, Lebenssituation, Beziehungen und persönliche Erfahrungen können zusammenspielen.

Therapeutische Begleitung kann einen Raum bieten, genauer zu verstehen, wie Sie mit Belastung, Verantwortung und den eigenen Grenzen umgehen – und was Sie heute für sich möchten.

Nicht mit dem Ziel, möglichst schnell wieder besser zu funktionieren.

Sondern um herauszufinden, wie Arbeit, Verantwortung und Beziehung möglich sein können, ohne sich selbst dabei immer wieder zu verlieren.

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Mehr über die NARM-Methode

Rafael Prentki
Heilpraktiker für Psychotherapie · NARM™

 

Rafael Prentki 
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Rafael Prentki - Heilpraktiker Psychotherapie - NARM Practitioner

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