Wenn das Leben funktioniert – aber der Kontakt zu dir selbst leiser geworden ist
Manchmal läuft im Leben vieles – und trotzdem fühlt sich etwas nicht stimmig an. Vielleicht geht es dabei nicht nur um Stress oder Erschöpfung. Vielleicht ist der Kontakt zu deinem eigenen Erleben mit der Zeit leiser geworden.
Manchmal läuft im Leben vieles.
Du funktionierst im Alltag.
Du kümmerst dich um andere.
Du trägst Verantwortung.
Von außen wirkt vieles stabil.
Und trotzdem bleibt manchmal das Gefühl, dass etwas nicht stimmt.
Nicht unbedingt im Außen.
Sondern in der Beziehung zu dir selbst.
Vielleicht fällt es dir schwer zu spüren, was du eigentlich möchtest.
Vielleicht bemerkst du erst sehr spät, dass eine Grenze überschritten wurde.
Vielleicht wünschst du dir Nähe und hast gleichzeitig Angst, dich in Beziehungen zu verlieren.
Oder du fragst dich immer wieder:
Warum fühlt sich mein Leben nicht wirklich lebendig an?
Entwicklungstrauma verändert nicht nur unser Verhalten
Wenn wir an Trauma denken, denken viele Menschen an einzelne belastende Ereignisse.
Entwicklungstrauma entsteht häufig anders.
Es entwickelt sich in frühen Beziehungen – dort, wo wir lernen, wer wir sind, wie wir mit anderen Menschen in Kontakt treten und welchen Platz wir in der Welt haben.
Wenn wichtige Bedürfnisse nach Schutz, Nähe oder Gesehenwerden über längere Zeit nicht ausreichend beantwortet werden konnten, entwickelt ein Kind Möglichkeiten, sich anzupassen.
Diese Anpassungen sind keine Fehler.
Sie waren oft die beste Antwort auf die Situation von damals.
Mit der Zeit geschieht jedoch häufig noch etwas anderes.
Nicht nur unser Verhalten verändert sich.
Manchmal wird auch der Kontakt zu unserem eigenen Erleben immer leiser.
Wenn das eigene Erleben immer leiser wird
Viele Menschen erzählen in der Therapie zunächst von Stress, Erschöpfung oder Beziehungskonflikten.
Mit der Zeit tauchen oft Sätze auf wie:
„Ich weiß gar nicht, was ich eigentlich möchte.“
„Ich habe ständig das Gefühl, funktionieren zu müssen.“
„Ich passe mich schnell an.“
„Ich habe Angst, andere zu enttäuschen.“
„Ich möchte mich endlich wieder lebendig fühlen.“
Diese Erfahrungen wirken auf den ersten Blick unterschiedlich.
Vielleicht erzählen sie dieselbe Geschichte.
Vielleicht hast du sehr früh gelernt, deine Aufmerksamkeit vor allem nach außen zu richten.
Zu den Bedürfnissen anderer.
Zu Erwartungen.
Zu Leistung.
Zu Sicherheit.
Und dabei wurde der Kontakt zu deinem eigenen Erleben nach und nach immer leiser.
Es geht nicht nur darum, anders zu werden
Viele Menschen kommen mit dem Wunsch in die Therapie,
gelassener zu werden,
bessere Grenzen zu setzen,
weniger Angst zu haben,
oder selbstbewusster zu sein.
All das kann sich im Laufe einer Begleitung verändern.
In meiner Erfahrung beginnt der eigentliche Prozess jedoch häufig an einer anderen Stelle.
Nicht mit der Frage:
„Wie werde ich anders?“
Sondern mit Fragen wie:
„Wie geht es mir eigentlich gerade?“
„Was bewegt mich?“
„Was fühlt sich für mich stimmig an?“
„Was möchte ich wirklich?“
Diese Fragen wirken zunächst einfach.
Für viele Menschen sind sie jedoch ungewohnt.
Nicht, weil etwas mit ihnen nicht stimmt.
Sondern weil sie lange gelernt haben, ihre Aufmerksamkeit vor allem nach außen zu richten.
Sich selbst wieder begegnen
Aus der NARM-Perspektive steht deshalb nicht im Mittelpunkt, Symptome möglichst schnell zu beseitigen.
Vielmehr entsteht Schritt für Schritt Raum, sich selbst wieder wahrzunehmen.
Nicht als Leistung.
Nicht als Aufgabe.
Sondern als Erfahrung.
Vielleicht bemerkst du zum ersten Mal, dass eine Grenze für dich wichtig ist.
Vielleicht spürst du eine Wut, die lange keinen Platz hatte.
Vielleicht eine Traurigkeit.
Oder einfach einen Moment der Ruhe.
Nicht diese Gefühle sind das eigentliche Ziel.
Sie können Türen sein.
Zu etwas, das lange wenig Raum hatte.
Zu einer lebendigeren Beziehung zu dir selbst.
Vielleicht beginnt Veränderung genau hier
Heilung bedeutet aus meiner Sicht nicht, ein anderer Mensch zu werden.
Auch nicht, die Vergangenheit ungeschehen zu machen.
Vielleicht beginnt sie viel leiser.
Mit der Erfahrung:
Mein Erleben zählt.
Ich darf wahrnehmen, was ich fühle.
Ich darf entdecken, was ich wirklich möchte.
Ich darf Schritt für Schritt wieder der Mensch sein, der ich bin.
Nicht gegen andere.
Sondern in einer Beziehung zu mir selbst, die mit der Zeit tragfähiger werden darf.
Wenn du dich darin wiedererkennst
Vielleicht musst du heute nichts verändern.
Vielleicht genügt zunächst die Frage:
Wie wäre es, dem eigenen Erleben mit etwas mehr Neugier zu begegnen?
Wenn du den Wunsch hast, deine inneren Muster besser zu verstehen und dich selbst wieder klarer wahrzunehmen, begleite ich dich gern.
In einer ruhigen und wertschätzenden therapeutischen Beziehung entsteht oft etwas, das viele Menschen lange vermisst haben.
Nicht durch Druck.
Nicht dadurch, ein anderer Mensch werden zu müssen.
Sondern indem Schritt für Schritt wieder erfahrbar wird:
Mein Erleben zählt.
Ich darf spüren, was ich fühle.
Ich darf entdecken, was ich wirklich möchte.
Meine Lebendigkeit darf wieder mehr zu meinem eigenen Leben gehören.
Vielleicht beginnt genau dort etwas Neues.
Nicht gegen andere.
Sondern in einer lebendigeren Beziehung zu dir selbst.
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Rafael Prentki
Heilpraktiker Psychotherapie



