Zeichnung des koreanischen Künstlers Moonassi

Die NARM-Methode – ein beziehungsorientierter Weg bei Entwicklungstrauma

Die NARM Methode (NeuroAffective Relational Model™) ist ein beziehungsorientierter Ansatz zur Arbeit mit Entwicklungstrauma.

Viele Menschen erleben innere Spannungen oder wiederkehrende Muster, die sich im Alltag zeigen – in Beziehungen, im Selbstkontakt oder im Umgang mit Nähe, Grenzen und Emotionen. Oft ist spürbar, dass etwas wirkt, ohne dass es sich klar benennen lässt.

Das NeuroAffective Relational Model™ (NARM) ist ein beziehungsorientierter Ansatz, der den Fokus auf das richtet, was sich im gegenwärtigen Erleben zeigt. Anstatt Vergangenes ausführlich zu analysieren, interessiert sich NARM dafür, wie wir heute mit uns selbst und anderen in Kontakt sind – und welche inneren Strategien dabei wirksam werden.

Im Zentrum steht die Frage, wie mehr Bewusstheit, Selbstregulation und innere Wahlfreiheit im Hier und Jetzt entstehen können. So wird Entwicklung nicht als Reparatur verstanden, sondern als lebendiger Prozess, der sich im Kontakt entfaltet.

Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wie ich die NARM Methode in der Online-Begleitung konkret anwende, findest du hier weitere Informationen zur Online NARM Therapie deutschlandweit.

Online NARM Therapie deutschlandweit

drawing by Moonassi

Wo setzt die Methode an?

Wo zeigt sich die NARM-Arbeit im Alltag?

Im Alltag zeigen sich oft Situationen, in denen wir uns innerlich festgefahren fühlen. Beziehungen verlaufen immer wieder ähnlich, Nähe wird anstrengend oder distanziert, Grenzen fallen schwer oder werden sehr rigide. Manche Menschen erleben dabei eine tiefe Erschöpfung oder einen kritischen inneren Dialog, der kaum zur Ruhe kommt.

In der NARM-Arbeit richten wir den Blick darauf, wie sich diese Muster im gegenwärtigen Erleben zeigen. Nicht als etwas, das „falsch“ ist, sondern als Ausdruck von Erfahrungen, die einmal sinnvoll waren. Im Kontakt mit anderen, im Umgang mit Emotionen oder im eigenen Körper lassen sich diese Dynamiken oft deutlich wahrnehmen.

Indem wir gemeinsam aufmerksam erforschen, was im Hier und Jetzt geschieht, kann ein Unterschied zwischen früheren Erfahrungen und der aktuellen Situation spürbar werden. Daraus entsteht nach und nach mehr innerer Handlungsspielraum – und die Möglichkeit, bewusster zu wählen, wie wir heute mit uns selbst und anderen in Beziehung treten möchten.

Hier erfährst Du mehr über NARM TM International 

Der therapeutische Raum in NARM

In einem sicheren und unterstützenden Rahmen lade ich Klient:innen ein, behutsam mit ihrem inneren Erleben in Kontakt zu treten. Durch achtsames Hinspüren können Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen wahrgenommen und nach und nach integriert werden.

Gezielte, einladende Fragen helfen dabei, emotionale Reaktionen zu erforschen und zu prüfen, ob bestimmte innere Haltungen oder Verhaltensweisen heute noch hilfreich sind. Dabei geht es nicht darum, etwas zu verändern oder zu überwinden, sondern zunächst darum, wahrzunehmen und zu verstehen, was sich zeigt.

So entsteht ein Raum für vertieftes Selbstverständnis. Klient:innen erkennen, wie frühere Beziehungserfahrungen ihr heutiges Erleben beeinflussen, und können diesen Zusammenhängen mit mehr Mitgefühl begegnen.

Im Verlauf dieser Arbeit entwickelt sich häufig ein größerer innerer Handlungsspielraum. Erfahrungen dürfen sich setzen, neue Perspektiven entstehen, und es wird möglich, bewusster und verbundener mit sich selbst und anderen in Kontakt zu bleiben.

Wenn du prüfen möchtest, ob eine NARM-orientierte Begleitung für dich stimmig ist, erfährst du hier mehr zur Online NARM Therapie.

Online NARM Therapie

Fünf Überlebsstile

In der Arbeit mit dem NeuroAffective Relational Model™ (NARM) verstehen wir Entwicklung als eine fortlaufende Bewegung in Richtung Verbindung – mit uns selbst, mit anderen Menschen und mit dem Leben. Diese Bewegung zeigt sich in fünf zentralen Entwicklungsbereichen, die sich im Laufe der frühen Kindheit entfalten.

Jeder dieser Bereiche steht für eine grundlegende Fähigkeit, die uns dabei unterstützt, uns sicher, lebendig und verbunden zu fühlen. Wenn diese Entwicklung unterbrochen oder erschwert wurde, geschah dies meist als ein sinnvoller Versuch des Organismus, sich zu schützen und an herausfordernde Bedingungen anzupassen.

In der therapeutischen Arbeit geht es darum, diesen natürlichen Bewegungen wieder näherzukommen – nicht, indem wir die Vergangenheit „reparieren“, sondern indem wir im Hier und Jetzt mehr Bewusstsein, Selbstmitgefühl und Kontakt entwickeln.

Aus der NARM-Perspektive betrachten wir Überlebensstrategien als Ausdruck von Anpassung und Schutz. Was in früheren Lebensphasen notwendig war, kann heute jedoch unbewusst unsere Fähigkeit einschränken, uns offen und verbunden zu erleben.

Wenn wir beginnen, diese inneren Dynamiken mit Mitgefühl wahrzunehmen – ohne uns zu verurteilen oder verändern zu müssen – entsteht Raum für Neues: für mehr Präsenz, mehr Selbstakzeptanz und für die Erfahrung, dass Verbindung nicht verloren ist, sondern jederzeit wieder zugänglich werden kann.

Grafika - Kontakt - Eine Tropfen fällt in das Ganze

Kontakt

Babys kommen vollkommen abhängig auf die Welt. Der Kontakt zur Außenwelt ist für sie lebensnotwendig. Wenn sie in einer Umgebung ankommen, in der sie willkommen sind, ausreichend Ruhe erfahren und durch Berührung Wärme und Geborgenheit erleben, kann sich ein Gefühl von innerer Sicherheit entwickeln.

Diese frühe Sicherheit bildet die Grundlage für die Fähigkeit, im Kontakt zu sein – mit sich selbst und mit anderen. Sie unterstützt das Vertrauen, dass Nähe möglich ist, und prägt die Entwicklung weiterer grundlegender Bedürfnisse im Laufe des Lebens.

Grafik - Einstimmung - sanfte Bewegung nach innen und außen

Einstimmung

Mit der Zeit beginnen Babys, ihre Bedürfnisse immer differenzierter auszudrücken. Durch die feinfühlige Einstimmung ihrer Bezugspersonen kann sich in ihnen ein Gefühl von Sicherheit in dem entwickeln, was sie fühlen und wahrnehmen.

Auf diese Weise lernen sie, ihrer inneren Erfahrung zu vertrauen und sich mit ihren Bedürfnissen an andere Menschen zu wenden. So entsteht die Grundlage dafür, Beziehung als etwas Nährendes und Unterstützendes zu erleben.

Grafika - Vertrauen - eine 8 Stern Blüte mit Bewegung von innen nach außen

Vertrauen

Mit der Zeit kann sich ein stabiles Selbstvertrauen entwickeln. Daraus wächst die Fähigkeit, auch anderen Menschen Vertrauen entgegenzubringen, ohne sich dabei selbst zu verlieren.

Beziehungen können nun auf der Grundlage innerer Sicherheit entstehen – getragen von gegenseitigem Respekt statt von Abhängigkeit. So wird Begegnung zunehmend als etwas Gleichwertiges und Verlässliches erlebbar.

Grafika - Autonomie - kreisförmig mit Schutz von innen und außen

Autonomie

Mit der Zeit lernen wir, eigene Grenzen wahrzunehmen und auszudrücken. Es wird möglich, „Nein“ zu sagen, ohne dabei von Schuld- oder Schamgefühlen überwältigt zu werden.

Diese Fähigkeit stärkt das Gefühl eines authentischen Selbst. Sie eröffnet den Raum, das eigene Leben zunehmend in Übereinstimmung mit den eigenen inneren Werten und Bedürfnissen zu gestalten.

Grafika - Liebe und Sexualität - verbindet zwei Aspekte, Punkte und sanfte Linien

Liebe und Sexualität

Liebe und Sexualität können sich zu einer lebendigen und stimmigen Einheit entwickeln. Wenn der Kontakt zum eigenen Herzen erhalten bleibt, entsteht die Fähigkeit, sich offen und respektvoll auf andere Menschen einzulassen.

Nähe, Intimität und Sexualität werden so zu einem Ausdruck von Verbindung – getragen von gegenseitigem Respekt, Präsenz und innerer Verbundenheit.

 

Häufigste Fragen

Du musst das hier nicht alles lesen. Vieles klärt sich im persönlichen Gespräch.

Entwicklungstrauma entsteht durch länger andauernde belastende Erfahrungen – häufig in der Kindheit oder frühen Bindungszeit. Dazu gehören zum Beispiel emotionale Vernachlässigung, wiederholte Beziehungserfahrungen von Unsicherheit oder das Aufwachsen in einem Umfeld mit wenig Stabilität und verlässlicher Unterstützung.
Diese Erfahrungen prägen, wie wir uns selbst erleben, wie wir mit Gefühlen umgehen und wie wir in Beziehung treten.

Ein Schocktrauma hingegen entsteht durch ein plötzliches, überwältigendes Ereignis – etwa einen Unfall, eine Gewalterfahrung oder eine Naturkatastrophe. Es geht meist mit intensiven körperlichen und emotionalen Reaktionen einher.

Vereinfacht gesagt:
Ein Schocktrauma betrifft das, was uns einmal überwältigt hat.
Ein Entwicklungstrauma betrifft das, was über längere Zeit gefehlt hat.

Die Begleitung richtet sich an Erwachsene, die sich mit den Folgen von Entwicklungstrauma, Beziehungsdynamiken oder wiederkehrenden inneren Mustern auseinandersetzen möchten.

Sie ist nicht geeignet bei akuten Krisen oder schweren psychiatrischen Erkrankungen, die eine stationäre oder intensivpsychiatrische Behandlung erfordern. In solchen Fällen ist eine entsprechende medizinische oder psychiatrische Versorgung wichtig.

Die Sitzungen finden per Videogespräch statt und dauern in der Regel 60 Minuten.

Zu Beginn klären wir, was im Moment im Vordergrund steht. In der gemeinsamen Arbeit richten wir den Blick auf aktuelle Erfahrungen, innere Spannungen oder Beziehungsmuster, die sich im Hier und Jetzt zeigen. Dabei geht es nicht um das Wiederholen belastender Erinnerungen, sondern um das achtsame Erkunden dessen, was gegenwärtig spürbar ist.

Du benötigst lediglich einen ruhigen Ort und eine stabile Internetverbindung. Viele Menschen erleben es als hilfreich, im eigenen vertrauten Umfeld zu arbeiten.

NARM arbeitet gegenwartsorientiert.
Im Mittelpunkt stehen nicht belastende Erinnerungen, sondern die heute wirksamen Schutzstrategien und Beziehungsmuster.

Anstatt Vergangenes erneut durchzuarbeiten, richten wir den Blick auf das, was sich im Hier und Jetzt zeigt – im Erleben, im Kontakt und im Körper.

Dabei geht es nicht darum, etwas zu erzwingen, sondern neugierig und achtsam zu erforschen, wie sich alte Muster heute zeigen.

Ziel ist es, mehr Selbstkontakt und Wahlfreiheit zu entwickeln – ohne Überforderung oder Retraumatisierung.

In akuten oder dringenden Krisensituationen ist mein Angebot nicht geeignet. In solchen Fällen ist es wichtig, sich zeitnah an ärztliche oder psychosoziale Notdienste zu wenden.

Dazu gehören beispielsweise Hausärzt:innen, psychiatrische Kliniken, der sozialpsychiatrische Dienst oder der Krisendienst. In Berlin erreichst du ärztliche Hilfe unter den Notrufnummern 112 oder 116117.

Wenn deine Situation stabil genug ist, um einen Termin zu planen, kann ein Erstgespräch bei einer Psychotherapeut:in, einem Psychiater oder einer Ärzt:in mit psychotherapeutischem Hintergrund sinnvoll sein.

Wenn du unsicher bist, ob mein Angebot im Moment passend ist, können wir dies in einem Erstgespräch klären – vorausgesetzt, es handelt sich nicht um eine akute Krise.

Psychologische Beratung: Hilfe in schwierigen Situationen

ERLAUBE DIR ZU HELFEN!

Die Dauer ist individuell unterschiedlich.
Für einen ersten vertiefenden Prozess empfehle ich in der Regel einen Zeitraum von etwa drei Monaten (8–12 Sitzungen). Dieser Rahmen ermöglicht es, ein fundiertes Verständnis der zugrunde liegenden Muster zu entwickeln und erste Veränderungen nachhaltig zu stabilisieren.

Anschließend entscheiden wir gemeinsam, wie es weitergehen soll.

Eine Sitzung (60 Minuten) kostet 90 € im Online-Setting und 100 € bei persönlichen Terminen in Berlin.

Die Praxis ist eine Selbstzahlerpraxis.

Das Erstgespräch (ca. 20 Minuten) ist kostenfrei.

Ja. Viele Menschen kommen nach bereits gemachten Therapieerfahrungen zu mir, wenn sie bestimmte Muster tiefer verstehen oder nachhaltig verändern möchten.

NARM richtet den Blick nicht primär auf Inhalte, sondern auf die heute wirksamen Beziehungsmuster und Schutzstrategien im Hier und Jetzt. Dadurch kann sich auch bei bereits bekannten Themen eine neue Tiefe und Klarheit entwickeln.

n.

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Rafael Prentki
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