Hast du manchmal das Gefühl …
Hast du manchmal das Gefühl, immer stark sein zu müssen, während deine eigenen Bedürfnisse kaum Raum haben?
Fragst du dich, warum dich Angst vor Ablehnung oder das Gefühl, „nicht genug“ zu sein, so oft begleitet?
✨ Viele Erwachsene tragen unsichtbare Wunden aus der Kindheit in sich – Entwicklungstrauma.
Die gute Nachricht: Heilung ist möglich.
🌱 Was ist ein Entwicklungstrauma?
Ein Entwicklungstrauma entsteht, wenn zentrale Bedürfnisse nach Sicherheit, Nähe oder Anerkennung in der Kindheit nicht erfüllt werden. Besonders in Familien, in denen Eltern ihre eigenen Erwartungen oder Vorstellungen über das Kind stellen, lernt dieses oft, nicht so sein zu dürfen, wie es wirklich ist, sondern sich anzupassen, um Zuwendung oder Anerkennung zu bekommen.
- „Ich bin stark und brauche niemanden.“ (statt das Bedürfnis nach Nähe zu fühlen, wird Unabhängigkeit idealisiert)
- „Ich bin nur wertvoll, wenn ich etwas leiste.“ (das Bedürfnis nach Einstimmung und Annahme wird durch Funktionieren ersetzt)
- „Ich passe mich an und mache es allen recht.“ (das Bedürfnis nach Autonomie wird zugunsten von Anerkennung im Außen aufgegeben)
Diese Selbstbilder können sich wie Stärken anfühlen, weil sie Halt und Orientierung geben. Doch sie entfremden das Kind von seinen echten Bedürfnissen. Im Erwachsenenalter führen sie häufig zu Überanpassung, Leistungsdruck, innerer Leere oder dem ständigen Gefühl, „eigentlich nicht ich selbst“ zu sein.
👉 Heute geht es mehr darum, wie wir mit den Einflüssen des frühen Mangels und der alten Wunden umgehen – also wie sie unser Handeln, Denken und Fühlen sowie unsere aktuellen Beziehungen beeinflussen.
Beispiele aus der Kindheit
- Ein Kind wächst mit einer depressiven Mutter auf. Um sie nicht zu belasten, übernimmt es früh Verantwortung.
- Ein Kind erlebt suchtkranke oder emotional abwesende Eltern. Es lernt, eigene Bedürfnisse zu unterdrücken.
- Ein Kind wächst in einem leistungsorientierten Umfeld auf und erfährt Anerkennung nur durch Funktionieren.
🪷 Reflexion: Erkennst du dich in einem dieser Beispiele wieder? Welche Botschaften oder Rollen hast du vielleicht als Kind übernommen?
🌱 Folgen von Entwicklungstrauma im Erwachsenenalter
- Schwierigkeiten, Bedürfnisse & Grenzen klar zu äußern
- Angst vor Ablehnung oder Verlassenwerden
- Selbstkritik, Perfektionismus, das Gefühl „nie genug“ zu sein
- Beziehungsprobleme (Abhängigkeit, Rückzug, Verlustangst)
- Körperliche Signale: Schlafstörungen, Verspannungen, innere Unruhe
🪷 Merke: Diese Reaktionen sind keine Schwächen – sondern Überlebensstrategien, die einst sinnvoll waren. Heute dürfen sie neu bewertet und hinterfragt werden, um Raum für neue Erfahrungen zu schaffen.
Erste Schritte zur Heilung von Entwicklungstrauma
- Bewusstsein entwickeln – erkenne, wann du in alte Rollen fällst.
- Selbstmitgefühl üben – statt dich zu kritisieren, nimm deine Gefühle freundlich wahr.
- Beziehungserfahrungen bewusst gestalten – beobachte deine Erfahrungen in Beziehungen und tausche dich mit vertrauensvollen Menschen darüber aus.
Mini-Checkliste: Heute probiere ich …
- ☑ 5 Minuten innehalten und spüren: Was brauche ich jetzt?
- ☑ Ein freundlicher Satz an mich: „Ich darf so fühlen.“
- ☑ Ein klares, respektvolles „Nein“ oder „Ja“ üben.
📝 Übung: Journaling
– Schreibe 10 Minuten frei: „Wie fühle ich mich heute?“
– Ergänze: „Ich habe Angst, weil …“ oder „Ich sehne mich nach …“
– Lies nach: Welche Muster wiederholen sich?
🌱 NARM – Neuroaffektives Beziehungsmodell erklärt
✨ Die NARM-Therapie (Neuroaffektives Beziehungsmodell) ist eine moderne Methode, die im Hier und Jetzt ansetzt. Sie stärkt die Selbstverbindung, bindet Körper und Emotionen ein und schafft neue Beziehungserfahrungen.
Die fünf Kernbedürfnisse nach NARM
Damit wir uns als Menschen gesund entwickeln können, braucht es eine sichere Basis. Jeder Mensch bringt von Geburt an grundlegende Bedürfnisse mit: nach Kontakt, Einstimmung, Vertrauen, Autonomie sowie Liebe und Sexualität. Werden diese Bedürfnisse wiederholt verletzt oder nicht beachtet, bilden sich Überlebensstrategien, die im Erwachsenenalter zu Blockaden oder inneren Konflikten führen können.
- Kontakt 🤝 – Das Bedürfnis, sich mit sich selbst, mit anderen Menschen und mit der Umwelt verbunden zu fühlen. Ein Kind braucht das Gefühl: „Ich darf da sein, so wie ich bin, und ich gehöre dazu.“ Wird dies nicht erfüllt, entsteht oft ein Gefühl von Isolation oder Fremdsein.
- Einstimmung 🎵 – Das Bedürfnis, dass eigene Gefühle, Wünsche und Grenzen wahrgenommen und wertgeschätzt werden. Kinder brauchen Erwachsene, die spüren: „Was du fühlst, ist wichtig.“ Fehlt diese Resonanz, lernen Kinder, ihre Bedürfnisse zu unterdrücken oder sich an andere anzupassen.
- Vertrauen 🛡️ – Das Bedürfnis nach Verlässlichkeit, Sicherheit und Halt. Ein Kind entwickelt Vertrauen, wenn es erlebt: „Da ist jemand, der für mich da ist, auch wenn ich schwach oder verletzlich bin.“ Bleibt dies aus, entstehen oft Misstrauen oder die Überzeugung, immer alles alleine schaffen zu müssen.
- Autonomie 🌿 – Das Bedürfnis, selbstbestimmt Entscheidungen zu treffen und gleichzeitig verbunden zu bleiben. Kinder brauchen die Erfahrung: „Ich darf Grenzen setzen und werde trotzdem geliebt.“ Wenn dieses Bedürfnis missachtet wird, fällt es später schwer, Nein zu sagen oder in Beziehungen das eigene Ich zu bewahren.
- Liebe & Sexualität ❤️🔥 – Das Bedürfnis, Liebe, Nähe und Zuneigung frei ausdrücken zu dürfen, später auch in gesunder Verbindung mit Sexualität. Kinder brauchen die Botschaft: „Deine Zuneigung ist willkommen, und Nähe darf schön sein.“ Wird dies verletzt oder beschämt, können Schuldgefühle, Unsicherheit oder Schwierigkeiten mit Intimität im Erwachsenenalter entstehen.
Vergleich: NARM und andere Methoden der Traumatherapie
Während klassische Psychotherapie oft die Vergangenheit in den Fokus stellt und andere Verfahren wie EMDR oder Somatic Experiencing bestimmte Schwerpunkte haben, liegt die Besonderheit von NARM darin, im Hier und Jetzt anzusetzen, die Selbstverbindung zu stärken und Körper, Gefühle und Beziehungen gleichzeitig einzubeziehen.
✨ Auch andere Methoden haben ihre Berechtigung und können – je nach Situation, Persönlichkeit und therapeutischem Kontext – wertvolle Vorteile bieten.
🌱 FAQ – Häufige Fragen zur Traumaheilung
🪷 Kann man ein Entwicklungstrauma im Erwachsenenalter heilen?
Ja. Heilung ist möglich – durch Selbsthilfe, heilsame Beziehungen und professionelle Begleitung.
🪷 Muss ich meine Vergangenheit erneut durchleben?
Nicht unbedingt – Methoden wie NARM arbeiten im Hier und Jetzt.
🪷 Kann ich ein Trauma alleine heilen?
Selbsthilfe (Journaling, Achtsamkeit) ist wertvoll, doch bei tieferen Verletzungen ist Therapie empfehlenswert.
🪷 Wie lange dauert die Heilung?
Das ist individuell. Manche erleben nach wenigen Monaten Erleichterung, bei anderen dauert es länger. Jeder Schritt zählt.
🌱 Fazit: Entwicklungstrauma überwinden
- Selbsthilfe kann den ersten Weg eröffnen.
- Selbstmitgefühl schafft innere Sicherheit.
- Beziehungserfahrungen bewusst gestalten und sich austauschen ermöglicht neue Perspektiven.
- Therapien wie NARM, EMDR oder Somatic Experiencing unterstützen dabei, alte Muster zu lösen und neue Erfahrungen zu verankern.
✨ Heilung bedeutet: die Überlebensstrategien der Vergangenheit zu würdigen – und heute Schritt für Schritt neue, heilsame Wege für mehr Freiheit, Verbundenheit und Lebensfreude zu wählen.
🌱 Dein nächster Schritt
Dein Weg darf leicht beginnen.
Möchtest du mehr über NARM erfahren und deinen eigenen Heilungsweg beginnen?
Ich lade dich herzlich ein, über meine Kontaktseite auf der Website mit mir in Verbindung zu treten. Lass uns in Ruhe kennenlernen und herausfinden, ob NARM ein hilfreicher Weg für dich sein kann.
Rafael Prentki – Heilpraktiker Psychotherapie – NARM Practitioner
Hinweis: Dieser Blogbeitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine professionelle Therapie.
Bei anhaltenden Belastungen bitte Fachperson aufsuchen. Im Notfall: 116117 (Deutschland) oder 112.