Nachhaltige Veränderung beginnt im Inneren
Viele Menschen erleben Burnout zunächst als Folge äußerer Umstände:
zu viele Aufgaben, anhaltender Druck, fehlende Pausen oder hohe Anforderungen im Beruf.
Doch nachhaltige Veränderung entsteht selten allein dadurch, dass sich im Außen etwas verbessert.
Sie beginnt im Inneren – in der Art, wie wir uns selbst begegnen, wie wir auf Stress reagieren und wie wir in Beziehung zu anderen stehen.
Burnout ist daher oft weniger ein Zeichen von „zu viel Arbeit“ als ein Hinweis darauf,
wie sehr wir uns innerlich anpassen, antreiben oder übergehen, um Sicherheit, Anerkennung oder Beziehung aufrechtzuerhalten.
Was ist Burnout wirklich?
Burnout wird häufig auf beruflichen Stress reduziert.
Aus NARM-Sicht greift diese Erklärung zu kurz.
Im Zentrum stehen oft innere Haltungen, die lange unbemerkt wirksam sind, zum Beispiel:
„Ich muss leisten, um akzeptiert zu werden.“
„Ich darf keine Schwäche zeigen.“
„Ich bin nur wertvoll, wenn ich funktioniere.“
Diese Haltungen wirken nicht nur im Denken, sondern auch im Körper.
Sie halten das Nervensystem in dauerhafter Anspannung.
Burnout entsteht selten plötzlich.
Er entwickelt sich schrittweise – oft gerade bei Menschen, die lange „gut funktioniert“ haben.
Wie zeigt sich Burnout?
Burnout sieht bei jedem Menschen anders aus.
Viele beschreiben jedoch:
anhaltende innere Erschöpfung
Schwierigkeiten, sich wirklich zu erholen
das Gefühl, ständig „funktionieren“ zu müssen
inneren Druck, nicht nachlassen zu dürfen
Rückzug oder Verlust an Freude
Diese Zeichen sind keine Diagnose, sondern Hinweise.
Sie laden dazu ein, das eigene innere Erleben ernst zu nehmen.
🕊️ Vielleicht magst du kurz prüfen:
Was bemerkst du in deinem Körper, wenn es dir zu viel wird?
Die NARM-Perspektive: Was hält uns in der Erschöpfung?
NARM betrachtet Burnout nicht nur als Reaktion auf äußeren Stress,
sondern als Ausdruck einer bestimmten inneren Beziehung zu sich selbst.
Viele Menschen sind innerlich sehr streng mit sich – oft ohne es zu merken.
Sie erwarten viel, übergehen Warnsignale und reagieren automatisch auf Anforderungen.
Wichtig:
Es geht nicht um Schuld oder Selbstoptimierung.
Diese Muster waren einmal sinnvoll – sie haben geholfen, Beziehungen, Zugehörigkeit oder Stabilität zu sichern.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Klient übernimmt regelmäßig zusätzliche Aufgaben.
Wenn er gefragt wird, sagt er fast automatisch „Ja“.
Innerlich zeigt sich jedoch etwas anderes:
Der Atem wird flach, Gedanken rasen, der Körper spannt sich an.
In der NARM-Arbeit fragen wir nicht zuerst:
„Wie schlimm ist dein Burnout?“
sondern:
„Was macht es gerade so schwer, innezuhalten?“
So verschiebt sich der Fokus:
vom äußeren Verhalten hin zum inneren Erleben.
Hier entsteht der erste Raum für Wahl.
Burnout zeigt sich oft in Beziehungen
Familie & Verpflichtungen
Ein Vater spürt Erschöpfung – sagt aber trotzdem zu.
Der alte Gedanke: „Ich darf nicht schwach sein.“
Freundeskreis
Eine Frau hilft immer – obwohl sie müde ist.
Nicht aus Pflicht, sondern aus Angst, sonst nicht mehr dazuzugehören.
Partnerschaft
Ein Mann geht über Grenzen, schweigt –
aus der Hoffnung heraus, geliebt zu bleiben.
🕊️ Oft liegt zwischen Ja und Nein ein kleiner Moment von Wahl.
Burnout ist auch ein Zustand des Nervensystems
Viele Menschen bleiben aktiviert,
nicht weil sie zu wenig Ruhe haben –
sondern weil zu viel gehalten werden musste.
Gefühle, Konflikte, Verletzungen, Nähe –
alles war irgendwann zu viel, um es wirklich zu spüren.
Der Körper lernt dann:
Wach bleiben. Durchhalten. Nicht fühlen.
Burnout ist nicht das Versagen dieses Systems –
sondern das Zeichen, dass es zu lange allein gearbeitet hat.
Von Selbstkritik zu Mitgefühl
Oft erschöpft uns nicht nur der Alltag,
sondern die Art, wie wir innerlich mit uns sprechen.
NARM lädt ein, neugierig zu werden:
Wie rede ich innerlich mit mir?
Wo halte ich mich unter Druck?
Was würde sich ändern, wenn ich mich nicht weiter antreibe?
Manche entdecken:
Nicht die Aufgaben machen müde – sondern der innere Umgang mit sich selbst.
Heilung geschieht durch Verbindung
In der NARM-Arbeit geht es nicht um schnelles Reparieren.
Sondern um eine behutsame Rückkehr in Kontakt:
mit dem Körper
mit Gefühlen
mit dir selbst
Daraus können Stabilität, Präsenz und neue Wahlmöglichkeiten entstehen.
„Heilung ist alles, was uns in Verbindung bringt.“
— Dr. Laurence Heller
Einladung
Burnout ist kein persönliches Versagen.
Es ist ein Signal.
Wenn du dich in diesen Zeilen wiedererkennst,
musst du diesen Weg nicht allein gehen.
FAQ – Burnout & NARM (gekürzt & klar)
Hilft NARM auch bei langanhaltender Erschöpfung?
Ja. NARM arbeitet nicht symptomorientiert, sondern mit den inneren Mustern, die Erschöpfung aufrechterhalten.
Muss ich über meine Vergangenheit sprechen?
Nein. Vergangenes wird nur relevant, wenn es im Hier und Jetzt spürbar ist.
Sollte ich ärztlichen Rat einholen?
Ja, besonders bei starken oder körperlichen Symptomen. NARM ergänzt, ersetzt aber keine medizinische Abklärung.
Rafael Prentki
Heilpraktiker für Psychotherapie · NARM™ Practitioner



