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      Entgegen der laufenden Meinung, muss man nicht im Krieg gekämpft haben, eine Naturkatastrophe, eine schwere Krankheit, bzw. einen Unfall erlebt haben, um Trauma zu kennen. Wir selbst erfahren sie, so wie unsere Freunde, Familien und Nachbarn. Längst signalisieren Studien einen hohen Anteil in der Bevölkerung an Erfahrung von sexueller Belästigung, Gewalt in der Familie sowie Gewalt in Paarbeziehungen auf. Dazu kommen schwerwiegende Belastungen durch Vernachlässigung und Verlust.

      Der Begriff Trauma (griech.: Wunde) lässt sich bildhaft als eine „seelische Verletzung“ verstehen, zu der es bei einer Überforderung der psychischen Schutzmechanismen durch ein traumatisierendes Erlebnis kommen kann.

      Im Ersten Weltkrieg hat man Soldaten dafür exekutiert, weil sie aufgrund von Gewalt,- Schock und Operationstraumata nicht in der Lage waren ihre Gewehre in der Hand zu halten. Noch vor 30 Jahren hat man Babys ohne Narkose operiert, weil man davon ausging, dass sie keine Schmerzen wahrnehmen. Dank großartiger Pioniere auf diesem Gebiet gelang es uns Methoden zu entwickeln, um plötzliche Traumata sowie Bindungstraumata erkennen und behandeln zu können.

       

      Traumata und ihre Entstehung

      Im Moment einer verzweifelten und ausweglosen Situation, bei der wir starker Angst, Hilflosigkeit oder Grauen ausgesetzt sind, entstehen traumatische Verletzungen. Dabei überschüttet uns das Nervensystem mit Stresshormonen, um zu kämpfen oder zu flüchten. Wenn Beides nicht möglich ist und das Ereignis überwältigend ist, verharren wir, ziehen uns zusammen, bzw. erstarren. In der Tierwelt sprechen wir dann von dem sogenannten Totstellreflex, bei dem der Organismus nahe zum Stillstand gebracht wird. Das schreckliche Erlebnis wird im ganzen Organismus eingefroren und gespeichert. Unangenehme Emotionen, starke körperliche Empfindungen, impulsive Reaktionen sowie Erstarren des gesamten Systems können ausgelöst werden und bei akuter Gefahr wiederholt reaktiviert werden.

      Erschütterungen dieser Art können plötzlich und einmalig erfolgen, aber auch öfters, bzw. permanent erfahren werden. Bildlich sprechen wir von einer Energie, die uns wie ein Strudel hineinzieht und immer wieder aufs Neue in den deregulierten Zustand versetzt. Ausgelöst wird er meistens im Außen, zum Beispiel von einem bestimmten Ton, Geruch, oder Impuls, den wir mit dem traumatischen Erlebnis in Verbindung setzen. Man spricht hier von Triggern.

      Im Moment der Spannung erfahren wir innerlich dieselbe Gefahr und befinden uns somit im Überlebensmodus, bei dem wir angegriffen und verletzt werden können.

      Traumata – eine Sache des Geistes und des Körpers

      Überwältigende Erlebnisse sind im Körper und Gehirn gespeichert. Gesteuert werden wir dabei durch unser zentrales Nervensystem.  Ein Zweig davon ist das sympathische Nervensystem, welches die Steigerung der Erregung und damit die Flucht-Kampfreaktion ermöglicht. Vor fast zweitausend Jahren gab der römische Arzt Galenus diesem Zweig den Namen „sympathisch“, da er untersuchen konnte, wie Emotionen seine Aktivität beeinflussen. Das sympathische Nervensystem befördert Blut in die Muskeln und erlaubt schnelles Handeln, teilweise auch, in dem es Adrenalin aus den Nieren pumpt, wobei Herzfrequenz und Bluthochdruck erhöht werden.

      Der zweite Zweig ist das parasympathische Nervensystem, welches, Selbsterhaltung fördert, Verdauung reguliert und durch Ausschüttung von Acetylcholin, die Erregung unterbricht. Damit wird Herzfrequenz und Atmung normalisiert, wodurch die Muskeln entspannen.

      Hier wird deutlich, dass wir im Traumata gefangen sind und ihre Heilung nicht erfolgreich sein kann, in dem wir eine Geschichte erzählen. Dank neuster Erkenntnisse können wir davon ausgehen, dass Traumata an den Körper gebunden sind. Daher sind wir herausgefordert, das Leiden auf sämtlich verfügbaren Stufen zu heilen. Dazu gehören biochemische Prozesse des Nervensystems, die Integration der eingefrorenen Emotionen sowie Erkenntnisse, damit sich das Gehirn neuronal neu vernetzen kann und nachhaltige Veränderungen eintreten.

      Folgen von Traumata

      Einst haben alle traumatischen Erfahrungen gemeinsam, sie hinterlassen Spuren im Gehirn, Geist und Körper. Dabei fallen wir aus unserer Mitte, unserer Verbindung und verlieren den üblichen Flow, bei dem wir uns nicht mehr selbst harmonisch regulieren können.

      Deregulierte Umstände können sich somit chronisch entwickeln und dazu führen, dass der Organismus auf einem erhöhten Stressniveau verharrt. Als Folge dessen, wird unsere  Wahrnehmung sowie die Denkfähigkeit selbst dauerhaft beengt. Unsere gewohnten Lebensabläufe werden so beeinträchtigt, rufen Beschwerden hervor und hindern uns in den Kontakt, unsere Kraft und Lebendigkeit zu kommen. Es kann viel Energie kosten, das Geschehene zu verdrängen, um den Anschein zu erwecken, das gewohnte Leben aufrechtzuerhalten.

      Neue Wege – Bindung,- und Entwicklungstraumata

      Nun rücken neben Schocktraumata immer mehr entwicklungstraumatische Erfahrungen in den Vordergrund. Sie stehen unmittelbar im Zusammenhang mit unserem heutigen Erleben und tragen ungeahnte Potenziale in sich. Nun bedarf es viel Mut anzuerkennen, dass unser heutiges Handeln und Sein durch Bindungsstörungen aus der frühen Entwicklung belastet sind. Das Ausmaß der Beeinträchtigung für das heutige Leben und unsere Welt, wie wir sie kennen, ist jedoch enorm. Sie finden ihren Ursprung in frühkindlichen Momenten der Not, als wir uns anpassen mussten, um zu überleben. Die sich daraus entwickelten Grundmuster und verzerrten Identifikation wirken machtvoll in uns und hindern uns daran, in unser authentisches Potenzial zu gelangen. Dies hat zur Folge, dass wir bei der Heilung komplexer Dynamiken, alle Ebenen berücksichtigen müssen. Weder kognitive Modelle noch Symptom orientierte Ansätze können hierbei dauerhaft als Lösung dienen.

      Traumata und ihre Chancen

      Mittlerweile wissen wir, dass das Gehirn neoplastisch ist. Das heißt, dass wir durch neue Erfahrungen das Gehirn neu beschreiben können. Indem wir lernen, dass die Gefahr nicht mehr gegenwärtig ist, können wir aus dem Kreislauf ausbrechen und Veränderungen erwirken. Die Forschung hat gezeigt, dass Kinder am besten lernen, in dem sie sich bewegen und erfahren. Heilung von Bindungstraumata setzt damit integrative Prozesse auf der Ebene von Körper,- Geist und Seele voraus.

      Die von Dr. Laurence Heller entwickelte NARM Methode ( neuroaffective relation modell ) bietet dafür ein effektives Werkzeug, um Traumata in ihrer Komplexität sicher und nachhaltig heilen zu können. In dieser Zeit bin ich als Ihr achtsamer und neugieriger Begleiter für Sie da und biete eine helfende Hand. Dabei ermögliche ich Ihnen Räume, in denen Sie sich sanft und zunehmend bewusster ergründen können.

       

      Rafael Prentki

       

      „Heilung ist möglich“

       

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