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      Eine der Herausforderungen, vor der wir stehen, auf die ich heute aus der klinischen Sicht näher eingehen möchte, ist die Depression in der Corona Zeit. Aus meiner Perspektive heraus, könnte diese oft kritisch verlaufende Krankheit aufgrund der Umstände, welche COVID-19 hervorruft an Größe gewinnen. Daher halte ich es für wichtig, ihr hiermit mit mehr Mut und Aufmerksamkeit zu begegnen.

      In diesem Artikel möchte ich Menschen erreichen, die ein Leiden in Bezug auf ihre Bedrücktheit wahrnehmen und sich trotz ihrer Situation ermutigen lassen nach innen zu schauen, um nicht länger vor ihren Emotionen wegzulaufen.

      Depression ist in unserer Gesellschaft immer noch ein heikles Tabuthema, dem wir nicht genug Aufmerksamkeit schenken. Wir vernachlässigen ihre Aufklärung und sprechen nicht offen über sie. Es wird immer noch als Spinnerei abgetan, oft auch nicht ernst genommen. Kein Wunder, dass viele sich für ihre Beschwerden schämen und die Krankheit nicht rechtzeitig erkannt wird. Zu viele verheimlichen ihre Symptome und versuchen irgendwie weiterzumachen.

      Es heißt, in Deutschland seien jedes Jahr ca. 5,3 Millionen Menschen betroffen und dass obwohl diese Krankheit gute Aussichten auf Heilung hat.

      Einschnitte in der Krankheit, das Fehlen von sozialen Kontakten und gewohnten Möglichkeiten der Regulation, Stress durch Isolation, Existenzängste, Furcht vor der Gefahr sowie drohender Verlust von Angehörigen in der Pandemie rufen alte und neue Ängste hervor. Wir werden mit alten Grundmustern konfrontiert sowie unverarbeiteten Traumata. Allzu schnell überfordern uns Spannungen im Innerem, wodurch wir aus der Verbindung mit uns selbst rausfallen. In diesem Zustand interagieren und handeln wir nicht im Einklang mit unserer wahren Identität, wodurch innere Konflikte auftreten. Verstärkt durch die Maßnahmen des Lockdowns nehmen daher depressive Symptome zu.

      Verständlicherweise sind viele mit dem, was aus der Tiefe kommt überfordert. Dabei höre ich oft, dass Klienten Angstgefühle vor der Zukunft haben. Allerdings zeigt sich beim Ergründen dieser Emotionen, dass der Großteil etwas mit unseren ungeklärten Erfahrungen zu tun hat. Insbesondere die Depression und ihre bedrückte Stimmung lassen sich beim genaueren erforschen ihrer Dynamiken auf vergangene Entwicklungen zurückführen und werden in der Coronazeit aktiviert, bzw. ausgedehnt. Glücklicherweise ist es nicht erforderlich ihre konkreten Inhalte aus der Vergangenheit hervorzuholen, heilen kann man mit der NARM Methode in der Gegenwart.

      Depression und Glaubenssätze

      An dieser Stelle möchte ich Dich dabei ermutigen, nicht länger vor Dir selbst wegzurennen und sich von den alten Glaubenssätzen zu befreien, wie zum Beispiel, dass wir in unseren Gefühlen stecken bleiben könnten, Emotionen sind wie Wellen, sie kommen und gehen. Vielmehr sollten wir uns erlauben Wege aus der Depression zu erforschen und sie in dem Hier und Jetzt umsetzen. Festhängen können wir nur, wenn wir gegen den bestehenden inneren Zustand und seinem Konflikt unbewusst ankämpfen, anstatt ihn liebevoll anzunehmen.

      Viele der Glaubenssätze welche, wir während unserer Erziehung vernahmen und übernommen haben, wirken erschwerend darauf, sich unserem Innerem zu stellen. Sätze wie „Du musst stark sein! Seelische Probleme, Depression, sind eh nur Spinnereien!“ übernehmen wir allerdings aus der Angst heraus, die Bindung zu unseren Versorgern nicht zu verlieren. Wir verzichten auf unsere, in die Wiege gelegten Kernbedürfnisse, um unser Überleben zu sichern. Fortan entwickeln wir Scham für diese Bedürfnisse und fühlen uns schuldig, wenn sie hochkommen. Sie schlummern jedoch in uns allen, auch in der depressiven Stimmung. Dadurch, dass wir in dieser schwierigen Zeit weniger Kontakte haben, wird unsere Scham eher verstärkt. Dies kann dazu führen, dass wir uns nicht helfen lassen und ein weiteres Dilemma entsteht, ein Kreis, aus dem man nicht einfach rauskommt. Vielleicht war „nach Hilfe zu suchen“ schon früher nicht gewollt und damit für uns gefährlich.

      Ich bin mir jedoch sicher, dass unsere wichtigsten Wünsche in uns schlummern und achtsam erreicht werden wollen und können. Vielmehr sind sie unmittelbar an unsere Sehnsüchte geknüpft und können in dem Hier und Jetzt ausgedrückt werden. Formulieren und benennen wir sie, kommen wir in unsere Selbstbestimmung und starten damit den Heilprozess.

      Depression und Ängste

      Allzu oft erlebe ich, wie wir uns von unseren Ängsten abwenden, in dem wir gezielt entspannen, oder uns in den Stress begeben, um abzureagieren. Bezogen auf die Depression bleibt der Kernkonflikt jedoch meist unberührt und kann weiterhin ungelöst bestehen bleiben. Durch die harten Maßnahmen des Lockdowns sind weniger Aktivitäten verfügbar und damit weniger Möglichkeiten, unsere Spannungen zu regulieren. Symptome der psychosomatischen Bedrücktheit wie Niedergeschlagenheit, Traurigkeit, Desinteresse, schnelles Ermüden, Rückzug, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Konzentrationsprobleme, Verlust des Antriebs und geringer Selbstwert häufen sich. Sie nehmen uns dadurch notwendige Kraft in Heilung zu kommen. Dies macht die Pandemie besonders gefährlich. Zuallererst empfehle ich Hilfe anzunehmen. Hier einige Adressen für den Fall der Fälle. Vertraute, Hausärzte, lokale Hilfestellen, Krisendienst, sozialpsychiatrischer Dienst, Kassenärztliche Vereinigung, Psychotherapie Praxen, oder eine helfende Hand eines Heilpraktikers.

      Es gibt verschiedene Ebenen der Erfahrung im Zusammenhang mit der Depression in der Corona Zeit. Anders zu der Furcht vor der realen Gefahr bezogen auf den Covid Virus, sprechen wir im NARM von Angst als Signal. Wenn die Angst mit uns kommuniziert, kann sie uns zeigen, dass wir Emotionen wie Trauer, oder Wut aus guten Gründen heraus unterdrücken. Sie kann uns helfen zu verstehen, warum wir heute noch unsere Handlungen nach ihr richten und unser wahres Ich zurückhalten. Sie kann uns als Hinweis und Türöffner für angepasste Bindungen und ihren Schutz dienen, was neue Potenziale für Erkenntnisse und Integration ermöglichen. Indem wir uns der Angst neugierig und achtsam nähern, erlangen wir neue Kapazität, die damit in Verbindung stehenden Spannungen zu transformieren. Unsere Bedürfnisse können so erkannt, angenommen und authentisch in jeder Situation ausgedrückt werden.

      Indem wir Spannungen schrittweise und genauer betrachten, erhalten wir Zugriff auf ungeahnte Möglichkeiten. Was ist die Botschaft der Angst, was ist das Schlimmste, das uns passieren kann? Was geschieht, wenn unser Nervensystem sich entspannt und wir in die Verbindung, Liebe und Lust gehen? Dies zu ergründen, erlaubt NARM auf eine feine und sichere Weise. Wir begreifen, wie alte Muster mit unseren heutigen Handlungsweisen und dem, was wir für das Ich halten in Verbindung stehen. Tiefe Erkenntnisse dieser Art ermöglichen uns, depressive Gedrücktheit zu heilen. Dabei erlernen wir wahres Mitgefühl und wirken der Pandemie kraftvoll und schaffend entgegen.

      Wege aus der Depression

      Depressive Symptome drücken sich energetisch aus, indem sie uns die Lebendigkeit nehmen und nach unten ziehen. Was der Kraft im Wege steht, welche Hindernisse uns dabei blockieren in unsere Vitalität zu kommen, kann im Inneren ergründet werden.

      Je mehr wir dabei erwachsenes Bewusstsein entwickeln, desto mehr Zugriff erlangen wir auf unsere Sinne, komplexes Denken, Persönlichkeit, Selbstvertrauen und Präsenz. Verstärken wir diese Elemente, führen sie uns aus der Depression heraus.

      Anstatt daran zu haften, unsere gesamte Energie auf äußere Ziele zu richten, sollten wir uns bewusstwerden, dass das Innere das Äußere erschafft. Daher können wir uns in Zeiten der Veränderungen und der Coronazeit nicht leisten länger von unserem inneren Erleben und der Depression wegzurennen. Nun haben wir die Chance hinzusehen, wo wir nicht hinschauen wollten. Auf zynische Weise wird die Heilung durch den Covid-19 Virus ermöglicht.

      Wir können vermuten, dass für eine gewisse Zeit, Aggression durch die unterdrückten Bedürfnisse, auf den Coronavirus gelenkt werden kann, wodurch zumindest vorübergehend Organisation des Systems verbessert wird. Es ist jedoch davon auszugehen, dass diese Dynamik sich über längeren Zeitraum zum Bumerang Effekt entwickelt. Scham und Schuld unserer Identität sowie ihrer Bedürfnisse lösen sich damit nicht auf, vielmehr werden sie durch das globale Feindbild Pandemie erhöht. Daher wäre es sinnvoller depressive Krankheiten genau „Jetzt“ in dieser schwierigen Zeit anzugehen und den Betroffenen baldmöglichst Heilung zu ermöglichen.

      Wir sollten ernsthaft überlegen, achtsame und effektive Psychotherapie Formen, wie das NARM Model kassenärztlich aufzunehmen, um den Menschen bei ihrem Leid zu helfen, wenn wir uns schon den Debatten über die Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Heilpraktiker Beruf zuwenden. Wir können nicht länger wegschauen, vor der Problematik der Depression, wie auch ihren nachhaltig wirksamen Heilansätzen.

      Als Dein Helfer in dieser komplexen Situation kann ich Dir zusichern, dass mir schwierige Emotionen keine Angst machen. Ich sehe meine Verantwortung darin, alles Aufkommende sicher und achtsam zu halten, damit es schrittweise angenommen werden kann.

      Mehr als je zuvor spüre ich, wie wichtig es ist, uns unser wahres Ich zu erlauben und damit auf die Zeit ohne Pandemie positiv zu wirken. Dafür schaffe ich die notwendigen Räume, in denen Stabilität erlernbar ist. Dank ihr werden wir Herausforderungen wie Depression in der Coronazeit überwinden.

      Rafael Prentki

      „Sich frei bewegen zu können, heißt auch emotional frei zu sein.“

       

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